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Geschäftsbericht 2009 der Stiftung Klimarappen

Zürich, 29. Juni 2010

Die Stiftung Klimarappen hat im Geschäftsjahr 2009 ihre dem Bund gegenüber eingegangene Verpflichtung zur CO2-Reduktion im Inland verdoppelt und insgesamt um ein Drittel erweitert. Voraussichtlich wird sie selbst die erweiterte Verpflichtung übererfüllen. Alle Programme zur Akquisition von CO2-Reduktionen wurden daher Ende 2009 eingestellt.

Die erweiterte Verpflichtung der Stiftung Klimarappen besteht in der nachweislichen Reduktion von 12 Millionen Tonnen CO2 im Zeitraum 2008 bis 2012, wovon mindestens 2 Millionen Tonnen CO2 im Inland reduziert werden müssen. Die Schweiz muss gemäss Kyoto-Protokoll in dieser Periode ihre Emissionen (gegenüber dem Fünffachen des Standes von 1990) um gut 21 Millionen Tonnen CO2 reduzieren. Daran leistet die Stiftung Klimarappen mit etwa 60% den namhaftesten Beitrag.

Per 31. Dezember 2009 hatte die Stiftung Klimarappen inländische CO2-Reduktionen im Zeitraum 2008 bis 2012 von 2,83 Millionen Tonnen unter Vertrag. Für den Erwerb dieser Reduktionen wendet sie 485 Millionen Franken auf. Zum selben Zeitpunkt bestanden Verträge zum Kauf von 11,9 Millionen Kyoto-Zertifikaten, wobei jedes Zertifikat einer re-duzierten Tonne CO2 entspricht. Der Kauf der Zertifikate beansprucht Mittel von 253 Millionen Franken.

Die Stiftung Klimarappen bewertet fortlaufend die bestehenden Risiken für Minderliefe-rungen von CO2-Reduktionen. Im Inland kommt es nicht selten zu Projektabbrüchen, im Ausland führen die schwerfälligen Prozesse bei der Zertifizierung oft zu Verzögerungen. Unter Berücksichtigung der vorhandenen Risiken ist davon auszugehen, dass statt 11,9 nur 11,5 Millionen Kyoto-Zertifikate geliefert werden sowie inländische CO2-Reduktionen von 2,54 statt 2,83 Millionen Tonnen. Somit wird auch die erweiterte Verpflichtung vor-aussichtlich übererfüllt.

Das Gebäudeprogramm überstieg die Erwartungen dank der 2009 lancierten „Aktion Konjunkturförderung“. Dabei hatten neun Kantone aus eigenen Mitteln und solchen des Bundes die Förderbeiträge der Stiftung Klimarappen aufgestockt, teils verdoppelt. Über die dreieinhalbjährige Laufzeit des Programms wurden 195 statt geplanter 165 Millionen Franken verpflichtet. Von 8'900 bewilligten Projekten zur Erneuerung der Gebäudehülle sind 5’000 bereits abgeschlossen. Insgesamt resultieren daraus CO2-Reduktionen im Zeitraum 2008 bis 2012 von 0,28 Millionen Tonnen.

2009 wurden im Rahmen der Projektfinanzierungsprogramme 30 neue Projekte bewilligt. Mehrheitlich handelt es sich um Projekte zur Wärmeerzeugung aus Holz. Insgesamt werden aus 152 Ende 2009 aktiven Projekten CO2-Reduktionen im Zeitraum 2008 bis 2012 von 1,02 Millionen Tonnen erwartet. In 2009 wurden 0,11 Millionen Tonnen CO2 statt der erwarteten 0,14 Millionen Tonnen CO2 reduziert. Grund waren Verzögerungen bei der Inbetriebnahme von Projekten.

Im Programm Zielvereinbarungen wurden 2009 in einer Auktion CO2-Reduktionen im Zeitraum 2008 bis 2012 von 0,38 Millionen Tonnen zum Preis von 100 Franken pro Tonne CO2 ersteigert. Insgesamt erwirbt damit die Stiftung Klimarappen von 243 Unternehmen, welche gegenüber dem Bund eine Zielvereinbarung im Brennstoffbereich eingegangen sind, CO2-Reduktionen von 1,31 Millionen Tonnen. Hinzu kommen 0,22 Millionen Tonnen CO2-Reduktion von 88 Unternehmen mit einer Zielvereinbarung im Treibstoffbereich. In 2009 lieferten die Unternehmen CO2-Reduktionen von 0,30 statt der erwarteten 0,31 Millionen Tonnen.

Im Rahmen des Programms zum Kauf von Kyoto-Zertifikaten aus dem Ausland nutzte die Stiftung die in 2009 günstigen Bedingungen und erwarb auf dem Spotmarkt 3,15 Millionen Zertifikate zur unmittelbaren Lieferung. Insgesamt wurden letztes Jahr 3,48 Millio-nen Zertifikate aus 43 Projekten in 13 Ländern auf das Konto der Stiftung im nationalen Emissionshandelsregister übertragen.

Erfolg für energetisch bessere und umfassendere Gebäudesanierungen

Zürich, 17. Juni 2010

Eine Auswertung des Gebäudeprogramms der Stiftung Klimarappen zeigt, dass die Mehrkosten energetisch besserer Sanierungen relativ gering sind. Dank dem Förderbeitrag werden solche Sanierungen für die Investoren rentabel. Die Wir-kung des Programms zugunsten besserer und umfassenderer Sanierungen über-trifft die Erwartungen.

Im Auftrag der Stiftung Klimarappen hat die TEP Energy GmbH die effektiven Kosten energetischer Gebäudesanierungen ermittelt. Dazu wurden für die Schweiz erstmals in diesem Umfang und in dieser Qualität vorhandene Daten realer Sanierungsprojekte ausgewertet. Basis der Auswertung bildeten 400 abgeschlossene Gebäudesanie-rungsprojekte sowie die Gesamtdatenbank des Gebäudeprogramms, welche 9'000 Sanierungsvorhaben umfasst.

Die Mehrkosten energetisch besserer Gebäudesanierungen sind relativ gering vergli-chen mit einer reinen Instandsetzung und erst recht verglichen mit einer Sanierung gemäss geltenden gesetzlichen Anforderungen. Die Studie belegt, dass dank den För-derbeiträgen der Stiftung Klimarappen energetisch bessere und umfassendere Sanie-rungen für die Investoren in der Regel wirtschaftlich werden. Die vom Gebäudepro-gramm beabsichtigte Wirkung, Anreize für energetisch bessere und umfassendere Er-neuerungen zu schaffen, wird erreicht und übertrifft die anfänglichen Erwartungen.

Die Auswertung zeigt des weiteren, dass die Gebäude vor der Sanierung energetisch eher schlechter sind, als ursprünglich angenommen. Zudem sanieren die Hauseigen-tümer im Durchschnitt energetisch besser, als es das Gebäudeprogramm verlangt. Die CO2-Reduktionswirkung des Programms ist demnach eher grösser, als in dem mit dem Bund vereinbarten Wirkungsmodell errechnet.

Das Gebäudeprogramm der Stiftung Klimarappen wurde per Ende 2009 eingestellt. 9’000 Projekte sind unter Vertrag und davon 5’100 bereits abgeschlossen. Insgesamt wurden Förderbeiträge von 195 Millionen Franken in Aussicht gestellt. 95 Millionen Franken wurden bereits ausbezahlt. Die anrechenbare CO2-Reduktion im Zeitraum 2008 bis 2012 beträgt 260’000 Tonnen.

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Kontakt: Stéphanie Tobler, Leiterin Kommunikation, Telefon: +41 (0)44 387 99 00, E-Mail